Katabatischer Wind






Entstehung und Wirkung (Polynya-Bildung) der katabatischen Winde in der Antarktis




Katabatischer Wind über einem Eisschelf


Der katabatische Wind (Griechisch: katabatikos – herunterfließend) ist ein kalter ablandiger Fallwind. Zu den katabatischen Winden zählen:



  • Die Bora an der Adriaküste,

  • der Mistral im Rhone-Tal,

  • der Reshabar im Süden des Kaukasus,

  • der Williwaw[1] bei den Aleuten,

  • der Elvegust der norwegischen Fjorde,

  • der Piteraq in Grönland,

  • der Joran am Schweizer Jurasüdfuss[2] und

  • der Böhmwind in Deutschland und Österreich.


Gletscherwinde gehören ebenfalls zu den katabatischen Winden.


Ein katabatischer Wind entsteht in der Regel als Folge einer stabilen Atmosphärenschichtung (potentielle Lufttemperatur nimmt mit der Höhe zu) unter der Einwirkung der Gravitation (vertikal abwärts gerichtete Kraft) und eines Druckausgleichs mit wärmerer Luft (horizontal auswärts gerichtete Kraft).


Über der Eisfläche eines Hochplateaus, eines Gebirges oder eines Gletschers kühlt sich Luft ab, so dass ihre Dichte zunimmt. Als Druckausgleichsströmung mit der wärmeren Umgebung entsteht der kalte, katabatische Fallwind. Katabatische Winde spielen eine wesentliche Rolle bei der Bildung von antarktischem Meereis und damit der Entstehung von antarktischem Bodenwasser sowie bei der Entstehung von küstennahen Polynjas (Öffnungen im Meereis). Das Phänomen ist vor den ausgedehnten Schelfeisfeldern im Ross-Meer und im Weddell-Meer besonders ausgeprägt.


Die Fallwinde der Antarktis sind die weltweit stärksten Winde und können Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h erreichen.[3]


Der Föhn gehört nicht zu den katabatischen Winden, da es sich beim Föhn um einen warmen Wind handelt. Sein Antrieb kommt nicht direkt aus der Gravitation.



Weblinks |



 Commons: Katabatischer Wind – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


  • Günther Heinemann, Thomas Ernsdorf, Clemens Drüe (2011): Investigation of Katabatic winds and Polynyas during Summer – IKAPOS : Field phase report. Reports on Polar and Marine Research, 633.


  • Weather A-Z - Katabatic Winds By Bill Giles OBE, BBC Weather Centre (Memento vom 9. April 2009 im Internet Archive)



Einzelnachweise |




  1. Winds of the world auf weatheronline.co.uk


  2. Ferenc Baki: Diplomarbeit: Der Joran – Ein Fallwind am Jurasüdfuss. 2007, abgerufen am 1. Januar 2018 (PDF; 6,7 MB). 


  3. Die Antarktis auf den Seiten des Bundesumweltamts, abgerufen am 6. Februar 2016









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