Heidschott
Heidschott Gemeinde Kirchhundem 51.068568.04641341Koordinaten: 51° 4′ 7″ N, 8° 2′ 47″ O | |
|---|---|
Höhe: | 341 m ü. NN |
Einwohner: | 17 (31. Dez. 2015) |
Postleitzahl: | 57399 |
Vorwahl: | 02723 |
Heidschott ist ein Weiler im Nordwesten der Gemeinde Kirchhundem.
Inhaltsverzeichnis
1 Geografie
1.1 Geografische Lage
1.2 Nachbarorte
2 Geschichte
2.1 Religionen
2.2 Eingemeindungen
2.3 Einwohnerentwicklung
3 Wirtschaft und Infrastruktur
3.1 Verkehr
4 Einzelnachweise
Geografie |
Geografische Lage |
Heidschott liegt im Süderbergland des Rheinischen Schiefergebirges. Darin gehört es zum sogenannten Bilsteiner Bergland im Gebiet des Olper Landes.[1] Die Ortslage, auf 341 m über NN. gelegen, gehört zu den westlichen Ausläufern des Rothaargebirges. Sie befindet sich in einem von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Tal, das hier von der Olpe zur Hundem hin entwässert wird. Südwestlich von Heidschott liegt der 545,3 m hohe Berg „Auf der Höhe“, westlich der 426,4 m hohe Rußstein und der 599 m hohe Buscheid, nordwestlich der 586,1 m hohe Alberstein.[2]
Nachbarorte |
Nachbarorte von Heidschott sind Hofolpe im Osten, Breitenbruch, Mark und Varste im Süden, Benolpe im Südwesten und Kirchveischede und Bilstein im Nordwesten.
Geschichte |
Die bislang früheste bekannte schriftliche Erwähnung des Ortsnamens findet sich in einer Urkunde des Graf von Spee’schen Archivs Ahausen von 1454, hier allerdings in der Gebrauchsform als Personenname. Zum Brautschatz der Tochter des Hermann von Hundem genannt Pepersack gehört unter anderem auch der „lutken unberge, den dey Heyschoten“ von den Brüdern Wilhelm und Hermann von Hundem gt. Petersack empfangen hat.[3]
In Schatzungsregistern des 16. Jahrhunderts sind für die Ortschaft Heidschott durchgehend zwei Hofstellen genannt: 1536, Heyßkotten – Peter 3 1/2 G(ulden), Johann 1 G; 1543, Heißkotten – Peter und Tilmann sein Sohn 4 G, Johann 2 G, 1565, Heißkottenn, Tylmann ibidem 4 G, Hanß Heißkotter 3 G.[4] Anfang des 18. Jahrhunderts wohnte in Heidschott der Jäger eines umfangreichen, zum Schloss Adolfsburg bei Oberhundem gehörenden Jagdbezirkes. Nach dem Wohnsitz des Jägers wurde der Bezirk „Heidschotter Jagd“ bezeichnet. Ein bereits 1729 erwähnter Eisenhammer, der südwestlich von Heidschott an der Olpe lag und „Heidschotter Hammer“ genannt wurde, konnte bis in die 1850er Jahre betrieben werden. In den 1860er Jahren war das Werk aber gänzlich verfallen. Nach dem Bau der Ruhr-Sieg-Eisenbahn, die 1861 eröffnet und durch die das Hammerglände zerschnitten wurde konnte sich ein neuer Betrieb hier nicht mehr etablieren.[5] Eine 1716 erwähnte Kapelle (Oratorium, Bethaus), die in der Karte der Heidschotter Jagd von 1743 noch eingezeichnet ist, besteht heute nicht mehr.
Religionen |
Bedingt durch die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum kurkölnischen Herzogtum Westfalen war die Bevölkerungsstruktur von Heidschott ursprünglich überwiegend katholisch geprägt. Dies hat sich in den vergangenen Jahrzehnten allerdings grundlegend geändert. Heute leben in Heidschott 4 katholische und 4 evangelische Christen. Zu 9 Einwohnern liegen Angaben zur Religionszugehörigkeit nicht vor.[6]
Eingemeindungen |
Heidschott war seit 1843/44 eine Ortschaft in der zum Amt Kirchhundem gehörenden Gemeinde Kirchhundem. Mit der kommunalen Neugliederung kam der Ort am 1. Juli 1969 zur heutigen Gemeinde Kirchhundem.
Einwohnerentwicklung |
Am 1. Juli 1969 hatte Heidschott noch 36 Einwohner. Die Zahl konnte in den folgenden Jahrzehnten verhältnismäßig stabil gehalten werden: 1974 = 38, 1978 = 32, 1985 = 34, 1990 = 33.[7] Nach dem Stand vom 31. Dezember 2014 leben in Heidschott nur noch 17 Einwohner.[8]
Wirtschaft und Infrastruktur |
Verkehr |
Heidschott liegt an der B 517. Die Ruhr-Sieg-Eisenbahnstrecke führt durch den Ort. Nächste Haltepunkte sind in Kirchhundem und Welschen Ennest.
Einzelnachweise |
↑ Otto Lucas: Das Olper Land. Arbeiten der Geographischen Kommission im Provinzialinstitut für Westfälische Landes- und Volkskunde. Bd. 4. Münster 1941. S. 22
↑ Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen. Wanderkarte 1:25000. Lennestadt Kirchhundem in den Naturparken Rothaargebirge, Ebbegebirge und Homert. 2. Aufl. 1998
↑ Inventare der nichtstaatlichen Archive Westfalens. Inventar des Graf v. Spee’schen Archivs Ahausen. Bearb. von Horst-Oskar Swientek. Münster 1968. S. 73. Urk. 200a.
↑ Die Schatzungsregister des 16. Jahrhunderts für das Herzogtum Westfalen. Teile 1 und 2. Münster 1971 und 2000. S. 202 und 41.
↑ Martin Vormberg: Die Jagebezirke von Schloss Adolfsburg. Historische Ortsansichten und Landschaftselemente im Südsauerland um 1743/44. Kirchhundem 2013. S. 34.
↑ Einwohnerstatistik der Gemeinde Kirchhundem, Stand: 31. Dezember 2014
↑ Günther Becker und Martin Vormberg. Kirchhundem. Geschichte des Amtes und der Gemeinde. Kirchhundem 1994. S. 430.
↑ Einwohnerstatistik der Gemeinde Kirchhundem.
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