Mirbach (Adelsgeschlecht)






Stammwappen derer von Mirbach


Mirbach ist der Name eines alten rheinischen Adelsgeschlechts. Der Stammsitz Mirbach ist heute ein Ortsteil der Gemeinde Wiesbaum im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geschichte


  • 2 Wappen


    • 2.1 Historische Wappenbilder




  • 3 Familienmitglieder/Namensträger


  • 4 Literatur


  • 5 Weblinks


  • 6 Einzelnachweise





Geschichte |


Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit Theodoricus miles de Merbach.[1] Die Herren von Mirbach gehören zum rheinischen Uradel, sie sind Mitglied der Rheinischen Ritterschaft und stellten dort den ersten Ritterhauptmann.


Im 15. Jahrhundert erwarben Angehörige der Familie die Burg Neublankenheim (zwischen Ahütte und Ahrdorf nahe Blankenheim in der Nordeifel gelegen) sowie die Burg Arloff (heute ein Stadtteil von Bad Münstereifel) und die dazugehörigen Güter. Im Laufe der Zeit konnte sich das Geschlecht vor allem im Herzogtum Jülich-Berg stark ausbreiten. Später wurden sie Lehensträger der Kurfürsten von Köln und Trier. Der bedeutendste Besitz, Schloss Harff bei Kaster (in den frühen 1970er Jahren für einen Braunkohlentagebau abgerissen), konnte 1654 durch Heirat erworben werden, 1769 durch Erbe auch Haus Graven. Zweige des Geschlechts gelangten bis nach Lothringen und in das Fürstbistum Lüttich.


Eine Linie kam in der Mitte des 16. Jahrhunderts nach Kurland. Emmerich I. von Mirbach († 1597) erhielt das Gut Pussen bei Windau (heute Ventspils in Lettland) mit insgesamt 35.000 Hektar zunächst pfandweise und am 4. November 1579 als erblichen Besitz.


Friedrich Gotthard von Mirbach, der von Kaiser Leopold II. als König von Böhmen 1791 in den böhmischen Grafenstand erhoben wurde, war von Kurland nach Böhmen gekommen und hatte dort die Herrschaft Kosmanos (heute Kosmonosy in Tschechien) erworben. Mit Johann Wilhelm Freiherr von Mirbach zu Harff aus der preußischen Rheinprovinz, wurde die Familie durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1840 nach dem Erstgeburtsrecht in den Grafenstand erhoben. In Ermangelung eines männlichen Erben setzte dieser seinen Neffen Richard Freiherr von Vorst-Lombeck und Gundenau zum Fideikommisserben ein, der nach einer königlichen Genehmigung 1850 den Namen Graf von Mirbach-Harff und das Mirbachsche Wappen annahm.
Graf Alfons von Geldern-Egmont, dessen Mutter Gabriele eine geborene Freiin von Mirbach war, erhielt 1877 von König Ludwig II. von Bayern den Namen Mirbach-Geldern-Egmont. Er besaß das von seinem Vater, dem Grafen Alfons, 1877 gestiftete Fideikommiss Roggenburg in Schwaben. Prinzregent Luitpold ernannte ihn 1909 zum erblichen Reichsrat der Krone Bayerns.



Wappen |


Das Stammwappen zeigt in Schwarz ein silbernes achtendiges Hirschgeweih mit Grind. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken zwei jeweils vierendige silberne Hirschstangen.



Historische Wappenbilder |




Familienmitglieder/Namensträger |



  • Adam von Mirbach (1580), Pastor zu Marmagen


  • Andreas von Mirbach (1931–1975), deutscher Offizier und Diplomat, ermordet


  • Dietrich von Mirbach (1907–1977), deutscher Diplomat


  • Ernst von Mirbach (1844–1925), preußischer Militär- und Hofbeamter


  • Ernst von Mirbach-Harff (1845–1901), Vater von Wilhelm und Maximilian von Mirbach-Harff


  • Götz von Mirbach (1915–1968), deutscher Marineoffizier, Träger des Eichenlaubs zum Ritterkreuz


  • Heinrich Georg von Mirbach (1674–1736), kurländischer Kanzler und Landhofmeister


  • Johann Wilhelm von Mirbach-Harff (1784–1849), gründete 1837 die Rheinische Ritterakademie


  • Julius von Mirbach-Sorquitten (1839–1921), Offizier, Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstages, seit 1888 Graf


  • Karl Joseph von Mirbach (1718–1798), katholischer Priester, Domherr im Fürstbistum Speyer


  • Maimi von Mirbach (1899–1984), Cellolehrerin, geehrt als „Gerechte unter den Völkern“


  • Maximilian von Mirbach-Harff (1880–1971), Landrat, seit 1944 Graf von Mirbach-Harff, zuvor Freiherr von Mirbach


  • Otto von Mirbach (1804–1867), preußischer Offizier und Revolutionär


  • Reinhold Heinrich von Mirbach (1825–1902), kaiserl. russ. Vizeadmiral und Flügeladjutant des Zaren


  • Richard von Mirbach-Harff (1810–1853), preußischer Landrat, geboren als Richard von Vorst-Gudenau


  • Werner von Mirbach (Generalleutnant) (1713–1797), deutscher Generalleutnant


  • Werner von Mirbach (Jurist) (1878–1928), deutscher Jurist und Politiker

  • Wilhelm von Mirbach († 1563), Kanoniker zu Münstereifel und Prüm, Pastor zu Marmagen


  • Wilhelm von Mirbach-Harff (1842–1882), Historiker


  • Wilhelm von Mirbach-Harff (1871–1918), deutscher Diplomat und Botschafter, ermordet



Literatur |




  • Otto Hupp: Münchener Kalender 1911. Buch u. Kunstdruckerei AG, München / Regensburg 1911.

  • Leonard Korth: Das Gräflich Mirbach' sche Archiv zu Harff. Urkunden und Akten zur Geschichte rheinischer und niederländischer Gebiete. Erster Band. 1194-1430. In: AHVN In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein. Heft 55 (1892). S. 1–349.

  • Leonard Korth: Das Gräflich Mirbach' sche Archiv zu Harff. Urkunden und Akten zur Geschichte rheinischer und niederländischer Gebiete. Zweiter Band. 1431-1599. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein. Heft 57 (1894). S. 1–481.


  • Franz Menges: Mirbach, von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 554–556 (Digitalisat).

  • Ernst Freiherr v. Mirbach: Geschichte des Geschlechtes Mirbach. Potsdam / Berlin 1903–1925; 3 Teile.


  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IX, Band 116 der Gesamtreihe, Seiten 86–88, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1998, ISSN 0435-2408

  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Band 13, S. 637ff, Digitalisat



Weblinks |



  • familie-von-mirbach.de


  • Eintrag über Mirbach in Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon


  • Eintrag über Mirbach in Neues preussisches Adelslexicon


  • Mirbach Artikel in „Genealogisches Handbuch der kurländischen Ritterschaft“, 1939

  • Rheinischer Uradel: Die Geschichte des Geschlechtes von Mirbach



Einzelnachweise |




  1. St-Archiv Koblenz, Verzeichnis der Besitzungen des Klosters St. Thomas an der Kyll








Popular posts from this blog

Willebadessen

Ida-Boy-Ed-Garten

Residenzschloss Arolsen