Sikorsky S-55




































Sikorsky S-55 / H-19 Chickasaw

Sikorsky S-55
Typ:
Transporthubschrauber

Entwurfsland:


Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten




Hersteller:

Sikorsky Aircraft Corporation

Erstflug:
10. November 1949

Indienststellung:
25. März 1952

Stückzahl:
1.067, sowie 547 in Lizenz

Der Sikorsky S-55 oder H-19 Chickasaw war ein US-amerikanischer Transporthubschrauber. Mit einer Besatzung von zwei Mann konnten zehn Passagiere bzw. im Ambulanzeinsatz sechs Verwundete auf Tragen oder auch 1300 kg Fracht über eine zur Entwurfszeit sehr hohe Entfernung von 300 km befördert werden.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geschichte


  • 2 Versionen


  • 3 Einsatz


  • 4 Technik


  • 5 Produktion


  • 6 Militärische Nutzer


    • 6.1 Sikorsky H-19 Nutzer


    • 6.2 Westland Whirlwind Nutzer




  • 7 Technische Daten


  • 8 Siehe auch


  • 9 Weblinks


  • 10 Einzelnachweise





Geschichte |


Am 1. Mai 1949 erhielt das Konstruktionsbüro von Sikorsky den Auftrag, innerhalb von nur sieben Monaten einen Transporthubschrauber zu entwickeln, der zehn Personen befördern können sollte. Innerhalb kürzester Zeit wurden fünf Prototypen gebaut. Diese gingen zur Erprobung an die United States Air Force (USAF) und bekamen die militärische Bezeichnung YH-19. Der erste YH-19 (USAF-Seriennummer 49-2012) flog am 10. November 1949. Rumpf und Heckrotorausleger der Prototypen erhielten während der Flugerprobung Verkleidungen, um die Seitenstabilität zu erhöhen. Diese wurden schon 1950 in Korea eingesetzt.


Am 28. April 1950 bestellte die US Navy zehn HO4S-1 (H-19A), die ab dem 27. Dezember 1950 an die HU-2-Staffel ausgeliefert wurden.


Am 2. August 1950 bestellte das US Marine Corps 60 Exemplare.


1951 wurden die ersten 50 S-55A-Serienmodelle (H-19A) von der USAF bestellt, die ab 1952 an die 3rd Air Rescue Squadron ausgeliefert wurden. Diese unterschieden sich von den Prototypen kaum, lediglich eine Dreieckfläche zur Stabilisierung war zwischen dem Leitwerksträger und der Kabine eingepasst worden.


Die US Army bestellte 1952 dann 410 Exemplare vom Typ H-19C und D.


Die zivile Zulassung des S-55 erfolgte am 25. März 1952. Für die US-Streitkräfte wurden zahlreiche Varianten gebaut, von denen einige im Koreakrieg eingesetzt wurden; dazu kommen die beiden zivilen Baureihen. Die in Korea gesammelten Erfahrungen mit dem S-55 sollten Teil einer neuen militärischen Doktrin werden, die Hubschrauber als festen Bestandteil in den verschiedensten Rollen der Kriegsführung vorsah. Umgesetzt wurden diese Erkenntnisse und Taktiken später im Vietnamkrieg, wo der direkte Nachfolger des S-55, der S-58, eine Rolle spielen sollte.


Insgesamt wurden von Sikorsky 1.067 Exemplare fertiggestellt, 547 weitere von Lizenznehmern. Westland Aircraft produzierte den S-55 in Großbritannien als Westland Whirlwind, Mitsubishi in Japan und die SNCA du Sud-Est (später Teil von Aérospatiale) in Frankreich.



Versionen |































Zivile Versionen
S-55A
S-55B
S-55T Version von Aviation Specialities aus dem Jahr 1969 die mit einer Wellenturbine Garrett AiResearch TSE331 ausgestattet war

Militärische Versionen

Seal of the United States Department of the Air Force.svg US Air Force
YH-19 (Prototyp)
H-19A (entspricht dem S-55A)
H-19B (entspricht dem S-55B)
SH-19B
H-19C

Emblem of the U.S. Department of the Army.svg US Army
UH-19C Chickasaw (entspricht dem H-19C)
UH-19D

Seal of the United States Department of the Navy.svg US Navy
HO4S-1 (entspricht dem H-19A)
HO4S-2
HO4S-3

Seal of the United States Marine Corps.svg US Marine Corps
HRS-1 (entspricht dem HO4S-1)
HRS-2 (entspricht dem HO4S-2)
HRS-3 (entspricht dem HO4S-3)

USCG W.svg US Coast Guard
HO4S-3G (umgerüstete Navy-HO4S-3)


Einsatz |


Schon 1950 wurden zwei der YH-19-Prototypen in Korea als Rettungshubschrauber bei der 3rd Air Rescue Squadron eingesetzt, die dafür mit einer hydraulischen Winde mit 30 m Stahlseil an der Steuerbordseite ausgerüstet wurden. Ab 1952 kamen die Serienhubschrauber bei Such und Rettungseinsätzen, aber auch bei Kampf- und Geheimdiensteinsätzen zum Einsatz. So setzten am 13. September 1951 S-55 zum ersten Mal Kampfgruppen in größerem Umfang in einem Kampfgebiet ab. Am 12. April 1952 wurde das Fliegerass Joseph McDonnel nach seinem Abschuss hinter den feindlichen Linien gerettet und im Sommer 1952 die Reste einer abgestürzten MiG-15 geborgen. Die ersten H-19C und D der US Army hatten am 20. März 1953 ihren ersten Einsatz. Im Koreakrieg beförderten allein die S-55 der Marines-Einheit HMR-161 bei 18.600 Einsätzen mehr als 60.000 Soldaten.


Neben ihrem militärischen Einsatz dienten die S-55 zu Beginn des Mercury-Raumfahrtprogramms zur Bergung der Rückkehrkapseln und der Unterstützung von Antarktisexpeditionen.


Zivil wurde sie als kommerzieller Transporthubschrauber von New York Airways zugelassen und ab dem 8. Juli 1953 zum Transport von Passagieren zwischen den Flughäfen Idlewild (heute JFK), LaGuardia und Newark eingesetzt. In Europa wurde sie von der belgischen Sabena ab dem 1. September 1953 zum Liniendienst zwischen Brüssel und Maastricht, Rotterdam und Lille verwendet.


Ab dem Jahr 1987 wurden 15 S-55 von Orlando Helicopters im Auftrag der US Army zur Simulation von sowjetischen Mi-24-Hubschraubern umgebaut.[1]



Technik |


Der Rumpf des Hubschraubers war in Ganzmetall-Halbschalenbauweise gefertigt, die Beplankung bestand aus Aluminium- und Magnesiumlegierungen. Das Triebwerk saß schräg installiert im Rumpfbug, also in der runden „Nase“ vor der Passagierkabine. Es war über zwei große seitlich öffnende Wartungsklappen zugänglich. Die Pilotenkanzel war oberhalb der Kabine angeordnet, darüber befand sich der Hauptrotor. Die Antriebswelle führte darunter zum Getriebe des Rotormastes. Diese Bauweise war bis dahin neu und sollte das Erkennungsmerkmal der S-55- und S-58-Baureihen bleiben. Diese ermöglichte einen großen Frachtraum und verhinderte gleichzeitig die problematische Verschiebung des Schwerpunktes bei voller Beladung. Die Rotorblätter waren ganz aus Metall gefertigt und absolvierten Dauertests über 20.000 Stunden. Zwei Tanks (Fassungsvermögen insgesamt 700 Liter) befanden sich unterhalb der Kabine. Das Vierradfahrwerk konnte durch aufblasbare Schwimmer ergänzt oder ganz durch ein Rad-/Schwimmerfahrwerk ersetzt werden. Der S-55A hatte einen Pratt & Whitney R-1340-57-Sternmotor mit 404,5 kW (550 PS). Die S-55B bekam einen Wright R-1300-3-Sternmotor mit 514,8 kW (700 PS) nebst größerem Hauptrotor sowie einen um drei Grad nach unten geneigten Heckausleger, um den Abstand zu den Rotorblättern zu erhöhen. Die HRS-1-Maschinen besaßen gegenüber den H-19A selbstdichtende Tanks.



Produktion |


Im Rahmen des Mutual Defense Aid Program (MDAP) wurde der S-55 auch an verbündete Länder geliefert.


Abnahme der S-55 durch die USAF und die US Navy/Marine-Corps/Coast Guard (nur bis 1957):[2]

















































































































































































































































Version
1950
1951
1952
1953
1954
1955
1956
1957
1958
1959
SUMME
YH-19
3
 
 
 
 
 
 
 
 
 
3
H-19A
 
7
43
 
 
 
 
 
 
 
50
H-19B
 
 
 
125
109
 
 
 
 
 
234
H-19C
 
 
72
 
 
 
 
 
 
 
72
H-19D
 
 
 
16
24
30
62
46
61
16
255
H-19 MDAP
 
 
1
 
 
 
 
2
 
 
3
H-19B MDAP
 
 
 
12
9
9
 
 
 
 
30
H-19D MDAP
 
 
 
 
 
 
 
12
15
1
28
HO4S-1
6
4
 
 
 
 
 
 
 
 
10
HO4S-3
 
 
 
41
20
 
 
 
 
 
61
HO4S-2 Coast Guard
 
7
 
 
 
 
 
 
 
 
7
HO4S-3 Coast Guard
 
 
 
9
4
 
 
 
 
 
13
HRS-1
 
59
13
 
 
1
 
 
 
 
73
HRS-2
 
 
79
 
 
 
 
 
 
 
79
HRS-3
 
 
 
69
 
 
10
5
 
 
84
SUMME
9
77
208
272
166
40
72
65
76
17
1.002


Militärische Nutzer |




Griechischer H-19




Ein Sikorsky S-55 der Força Aérea Portuguesa




Spanischer Westland Whirlwind







Sikorsky H-19 Nutzer |




  • ArgentinienArgentinien Argentinien


  • BelgienBelgien Belgien


  • Belgisch-KongoBelgisch-Kongo Belgisch-Kongo


  • BrasilienBrasilien Brasilien


  • ChileChile Chile


  • DanemarkDänemark Dänemark


  • DeutschlandDeutschland Deutschland


  • Dominikanische RepublikDominikanische Republik Dominikanische Republik


  • FrankreichFrankreich Frankreich


Französische Luftwaffe



  • GriechenlandGriechenland Griechenland


  • GuatemalaGuatemala Guatemala


  • HaitiHaiti Haiti


  • HondurasHonduras Honduras


  • IsraelIsrael Israel


  • ItalienItalien Italien


  • JapanJapan Japan




Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte 1954–1976


Meeresselbstverteidigungsstreitkräfte 1954–1970


Luftselbstverteidigungsstreitkräfte 1957–1973


Küstenwache 1952–1974




  • Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien


  • Kanada 1921Kanada Kanada


  • KolumbienKolumbien Kolumbien


  • KuwaitKuwait Kuwait


  • NicaraguaNicaragua Nicaragua


  • NiederlandeNiederlande Niederlande


  • NorwegenNorwegen Norwegen: 4 H-19D-4 v 1958–1967


  • PakistanPakistan Pakistan


  • PhilippinenPhilippinen Philippinen


  • PortugalPortugal Portugal


  • TaiwanRepublik China (Taiwan) Taiwan


  • Vietnam SudSüdvietnam Südvietnam


  • Spanien 1945Spanien Spanien


  • Korea SudSüdkorea Südkorea: v 1958–1976


  • ThailandThailand Thailand


  • TurkeiTürkei Türkei


  • UruguayUruguay Uruguay


  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten



United States Army

United States Air Force

United States Marine Corps

United States Navy

United States Coast Guard



  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich

Royal Navy


  • VenezuelaVenezuela Venezuela



Westland Whirlwind Nutzer |




  • BahamasBahamas Bahamas


  • BrasilienBrasilien Brasilien


  • BruneiBrunei Brunei


  • FrankreichFrankreich Frankreich


  • GhanaGhana Ghana


  • Iran 1925Iran Iran


  • JordanienJordanien Jordanien


  • Kanada 1921Kanada Kanada


  • KatarKatar Katar


  • KubaKuba Kuba


  • KuwaitKuwait Kuwait


  • NigeriaNigeria Nigeria


  • OsterreichÖsterreich Österreich: 10 WS-55 Whirlwind Srs.2 v 1958–1965[3]


  • Saudi-ArabienSaudi-Arabien Saudi-Arabien


  • SpanienSpanien Spanien


  • Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich



Royal Air Force

Royal Navy




Technische Daten |







































































Kenngröße
Daten der H-19C
Baujahr 1952
Hersteller
Sikorsky
Hauptrotordurchmesser 16,15 m
Heckrotordurchmesser 2,64 m
Rumpflänge 12,88 m
Länge über alles 19,07 m
Höhe 4,06 m
Rüstmasse 2.245 kg
Max. Startmasse 3.266 kg (3.407 kg HO4S-3)
Nutzlast ~ 1.000 kg
Besatzung 2
Höchstgeschwindigkeit 162 km/h

Schwebeflughöhe mit Bodeneffekt
1.950 m
Dienstgipfelhöhe 3.218 m
Reichweite 650 km
Triebwerk ein Sternmotor Wright R-1300-3 mit 514,8 kW (700 PS)


Siehe auch |


  • Liste der Hubschraubertypen


Weblinks |



 Commons: H-19 Chickasaw – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien



  • Sikorsky S-55 (Aviastar) (englisch)


  • H-19 (GlobalSecurity) (englisch)



Einzelnachweise |




  1. FlugRevue November 2009, S. 92–95, Durchbruch für den Hubschrauber – Sikorsky S-55


  2. Statistical Digest of the USAF 1948, S. 16; 1949, S. 164 f.; 1951, S. 158; 1952, S. 158; 1953, S. 185 f.; 1954, S. 70 f.; 1955, S. 80 f.; 1956, S. 91 f.; 1957, S. 97 f.; 1958, S. 72; 1959, S. 68


  3. Doppeladler.com





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