Berlin-Rahnsdorf

















































Rahnsdorf
Ortsteil von Berlin



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Rahnsdorf auf der Karte von Treptow-Köpenick
Über dieses Bild


.


Koordinaten

52° 26′ 0″ N, 13° 42′ 0″ O52.43333333333313.7Koordinaten: 52° 26′ 0″ N, 13° 42′ 0″ O

Höhe
34–68 m ü. NN

Fläche
21,45 km²

Einwohner
9477 (30. Jun. 2018)

Bevölkerungsdichte
442 Einwohner/km²

Eingemeindung
1. Okt. 1920

Postleitzahl
12589
Ortsteilnummer
0912
Gliederung

Verwaltungsbezirk

Treptow-Köpenick

Ortslagen


  • Rahnsdorf (Rahnsdorfer Mühle)

  • Hessenwinkel

  • Wilhelmshagen (Neu-Rahnsdorf)

  • Rahnsdorf (Alt-Rahnsdorf)

  • Neu-Venedig



Rahnsdorf ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geografie


  • 2 Geschichte


  • 3 Sehenswürdigkeiten


  • 4 Verkehr


  • 5 Mit Rahnsdorf verbundene Persönlichkeiten


  • 6 Siehe auch


  • 7 Weblinks


  • 8 Einzelnachweise





Geografie |


Rahnsdorf ist der östlichste Ortsteil Berlins; die Kernsiedlungen liegen an der Mündung der Spree in den Müggelsee.


Ortslagen und Siedlungen


  • Rahnsdorf (Rahnsdorfer Mühle)

  • Hessenwinkel

  • Wilhelmshagen (Neu-Rahnsdorf)

  • Rahnsdorf (Alt-Rahnsdorf)

  • Neu-Venedig


In Rahnsdorf gibt es mehrere kleine Villenkolonien sowie Einfamilienhaussiedlungen. Im Berliner Sozialstrukturatlas belegt der Ort Platz 13. Dies resultiert aus einer gehobenen Sozialstruktur und einem hohen Durchschnittseinkommen. Touristen besuchen Rahnsdorf vor allem wegen des Müggelsees.



Geschichte |


Rahnsdorf wurde als slawisches Fischerdorf zwischen Müggelspree und Müggelsee gegründet. Seine Ortsform Sackgassendorf ist typisch für die erste Siedlungsphase der deutschen Zuzügler wohl im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts. 1375 wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich im Landbuch Karls IV. als Radenstorf erwähnt. Rahnsdorf gehörte zur Burg Köpenick und war nicht verhuft, weil es noch 1450 keine Äcker gab. Der Ort hatte 1487 die Fischereigerechtigkeit in den Gewässern des Schlosses Köpenick. Seine Einwohner verrichten Kossätendienste, wahrscheinlich durch Fischfang und entsprechende Lieferpflichten an das Schloss. Es gab inzwischen 16 Hufen, von denen vier dem Schulzen gehörten. Während des Mittelalters hatte Rahnsdorf nie eine Dorfkirche. Eine erste Dorfkirche wurde erst gegen 1660/1670 erwähnt. 1801 war Rahnsdorf noch immer ein Fischerdorf mit knapp 20 Dorfbewohnern, die keine Höfe mit Hufenbesitz besaßen, sondern nur Katen. 1856 gab es bereits 43 Familien.





Wappen der ehemaligen Landgemeinde Rahnsdorf, noch 1987 in Gebrauch


Im Jahr 1872 brannte das Dorf vollkommen ab und wurde anschließend neu errichtet. In den 1890er Jahren wurde Hessenwinkel zur Villenkolonie ausgebaut und 1891 zu Rahnsdorf eingemeindet. Im gleichen Zeitraum wurde die Villenkolonie Neu-Rahnsdorf aufgrund der Initiative der Deutschen Volksbaugesellschaft für Bürger aus dem einfachen Volke, gegründet. Im Jahr 1902 wurde diese Kolonie mit dem zentralen Platz und sternförmig abgehenden Straßen Wilhelmshagen genannt. 1912/1913 entstand die Triglawbrücke, die die Insel südlich der seit 1879 „neuen Spree“ mit Hessenwinkel verband.


Am 11. November 1916 kam es zu einem schweren Eisenbahnunfall in der Nähe des Bahnhofs Rahnsdorf: Eine Rotte von Gleisbauarbeiterinnen – aufgrund des Arbeitskräftemangels im Ersten Weltkrieg wurden hier Frauen eingesetzt – winkte den Soldaten eines vorbeifahrenden Militärzuges zu. Dabei überhörten sie das – zu spät abgegebene – Warnsignal für einen Zug, der sich auf dem Gleis näherte, auf dem sie selber standen. 19 Frauen kamen ums Leben. Der Sicherungsposten wurde zu einem Jahr Gefängnisstrafe verurteilt.[1]




Luftbild der Ortslage Wilhelmshagen


Bei der Bildung von Groß-Berlin 1920 erfolgte die Eingemeindung mit 2700 Einwohnern in den Verwaltungsbezirk Cöpenick, zunächst getrennt nach Rahnsdorf und Wilhelmshagen. Die lagunenartige Wassersportkolonie Neu-Venedig an der Müggelspree wurde 1926 angelegt und hat sich bis heute zur Wohn- und Wochenendsiedlung entwickelt. 1929 entstand der Bau der Grundschule an den Püttbergen.


Zu DDR-Zeiten wurde im Ortsteil ein FDJ-Ferienlager zur Kinder-Feriengestaltung errichtet und unterhalten.



Sehenswürdigkeiten |


Die Dorfkirche Rahnsdorf wurde in den Jahren 1886 bis 1888 nach Plänen des Königlichen Baurats Paul Spieker und des preußischen Kreisbauinspektors Friedrich Wilhelm Koppen errichtet. Im Innern befinden sich unter anderem zwei Kelche aus dem 16. und 18. Jahrhundert sowie Chorfenster von Lothar Mannewitz. Auf der linken Seite ist der Fischzug Petri aus dem Evangelium nach Lukas (5,3-11), in der Mitte Jesus Christus aus der Offenbarung des Johannes (4,2-11) und rechts der Auferstandene beim Mahl mit den Jüngern am See aus dem Evangelium nach Johannes (21,4-14) zu sehen. Die Kerzenleuchter am Gestühl sowie der Kerzenkronleuchter sind ein Entwurf und Geschenk des Architekten Robert Wischer. Auf der Westempore steht seit dem Jahr 1888 eine Orgel aus der Werkstatt der Gebrüder Dinse.



Verkehr |





Woltersdorfer Straßenbahn in Rahnsdorf


Der Ortsteil verfügt über zwei S-Bahnhöfe an der Bahnstrecke Berlin–Frankfurt (Oder): Rahnsdorf und Wilhelmshagen, die von der Linie S3 der Berliner S-Bahn bedient werden. Vom Vorplatz des S-Bahnhofs Rahnsdorf verkehrt die Woltersdorfer Straßenbahn nach Woltersdorf.


Die Straßenbahnlinie 61 der BVG endet am westlichen Ortsrand an der Station Rahnsdorf/Waldschänke und fährt von hier über Friedrichshagen und Köpenick in die Wissenschaftsstadt Adlershof.


Die Buslinie 161 der BVG verbindet die beiden S-Bahnhöfe als auch die Endhaltestelle der Linie 61 mit dem Ortsteil.


Auf der Müggelspree verkehrt die Fährlinie F23, die seit 2014 solarstrombetrieben im Auftrag der BVG von der Weißen Flotte Stralsund durchgeführt wird. Außerdem pendelt mit der F24 eine von drei per Ruder angetriebenen Fähren in Deutschland an Wochenenden und Feiertagen zwischen Rahnsdorf/Kruggasse und Müggelheim/Spreewiesen.



Mit Rahnsdorf verbundene Persönlichkeiten |




  • Georg Klaus (1912–1974), Philosoph, Kybernetiker, Hochschullehrer, Schachspieler und Schachfunktionär; lebte zuletzt in Wilhelmshagen,


  • Erich Hanke (1911–2005), lebte und starb in Rahnsdorf,


  • Ingeborg Hunzinger (1915–2009), Bildhauerin, führte von 1953 bis zu ihrem Tod 2009 ein Atelier in Rahnsdorf,


  • Karl Hillert (1927–2004), bildender Künstler und Hochschullehrer; in Rahnsdorf geboren,

  • Paul Rahn (1934–2002), Fährmann der Ruderfähre zwischen Rahnsdorf und Berlin. In Rahnsdorf wurde der Paul-Rahn-Weg nach ihm benannt.



Siehe auch |



  • Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Rahnsdorf

  • Liste der Straßen in Berlin-Rahnsdorf

  • Liste der Stolpersteine in Berlin-Rahnsdorf



Weblinks |



 Commons: Berlin-Rahnsdorf – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien



  • BA Treptow-Köpenick – Rahnsdorf, Information zum Ortsteil, Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin

  • René Frost (Hrsg.): Köpenick von A bis Z – Rahnsdorf, Infosammlung, köpenick.net.

  • Rainer Kockro (Hrsg.): Das alte Fischerdorf Rahnsdorf – Das alte Fischerdorf Rahnsdorf. Abgerufen am 16. September 2010.



Einzelnachweise |




  1. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd. 1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 102.


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