Petershagen




















































































Wappen
Deutschlandkarte

Wappen der Stadt Petershagen



Petershagen

Deutschlandkarte, Position der Stadt Petershagen hervorgehoben


52.3779468.96891953Koordinaten: 52° 23′ N, 8° 58′ O
Basisdaten

Bundesland:

Nordrhein-Westfalen

Regierungsbezirk:

Detmold

Kreis:

Minden-Lübbecke

Höhe:
53 m ü. NHN

Fläche:
211,94 km2
Einwohner:
25.131 (31. Dez. 2017)[1]

Bevölkerungsdichte:
119 Einwohner je km2

Postleitzahl:
32469

Vorwahlen:
05702, 05704, 05705, 05707, 05726, 05761, 05765, 05768

Kfz-Kennzeichen:
MI

Gemeindeschlüssel:
05 7 70 028
Stadtgliederung:
29 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bahnhofstraße 63
32469 Petershagen

Website:

www.petershagen.de

Bürgermeister:
Dieter Blume (CDU)
Lage der Stadt Petershagen im Kreis Minden-Lübbecke


Minden
Hüllhorst
Espelkamp
Bad Oeynhausen
Lübbecke
Rahden
Petershagen
Preußisch Oldendorf
Porta Westfalica
Hille
Stemwede
Nordrhein-Westfalen
Niedersachsen
Niedersachsen
Kreis Herford
Kreis Lippe
Niedersachsen
Niedersachsen
Karte
Über dieses Bild





Luftbildpanorama


Petershagen Zum Anhören bitte klicken! [.mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}peːtɐsˈhaːgn] (niederdeutsch: Päitershaugen) im Kreis Minden-Lübbecke ist eine aus Vereinigung der ehemaligen Ämter Petershagen und Windheim zu Lahde (insgesamt 29 Ortschaften) entstandene Stadt im äußersten Nordosten Nordrhein-Westfalens, nördlich von Minden an der Weser und Ösper, im Nordosten des Mindener Landes. Den Kern bilden die einander an der Weser gegenüberliegenden Stadtteile Petershagen und Lahde.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geografie


    • 1.1 Geografische Lage


    • 1.2 Geologie


    • 1.3 Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets


    • 1.4 Nachbargemeinden


    • 1.5 Stadtgliederung


    • 1.6 Klima




  • 2 Geschichte


    • 2.1 Eingemeindungen


    • 2.2 Einwohnerentwicklung




  • 3 Religion


  • 4 Politik


    • 4.1 Bürgermeister


    • 4.2 Stadtrat


    • 4.3 Wappen


    • 4.4 Städtepartnerschaften




  • 5 Kultur und Sehenswürdigkeiten


    • 5.1 Theater und Museen


    • 5.2 Musik


    • 5.3 Bauwerke


    • 5.4 Grünflächen und Naherholung


    • 5.5 Sport




  • 6 Wirtschaft und Infrastruktur


    • 6.1 Unternehmen


    • 6.2 Medien


    • 6.3 Öffentliche Einrichtungen


    • 6.4 Bildung


    • 6.5 Verkehr


      • 6.5.1 Eisenbahnverkehr


      • 6.5.2 Straßenverkehr


      • 6.5.3 Busverkehr


      • 6.5.4 Schiffsverkehr






  • 7 Persönlichkeiten


    • 7.1 Söhne und Töchter der Stadt


    • 7.2 Weitere Persönlichkeiten




  • 8 Literatur


  • 9 Weblinks


  • 10 Einzelnachweise





Geografie |



Geografische Lage |




Petershagen von Südwesten, im Vordergrund links der Weser Petershagen, rechts der Weser Lahde mit Kraftwerk am Schleusenkanal. Im Vordergrund das Heisterholz. Im Osten der bereits im Bückeburgischen gelegene Schaumburger Wald


Das Stadtgebiet liegt im äußersten Nordosten des Kreises Minden-Lübbecke und Nordrhein-Westfalens. Nach Rahden ist Petershagen eine der nördlichsten Gemeinden des Landes.


Petershagen liegt beidseitig der Weser in der relativ ebenen Norddeutschen Tiefebene. Neben Porta Westfalica ist Petershagen die einzige Kommune Nordrhein-Westfalens, die größtenteils rechts der Weser liegt. Merkliche Erhebung gibt es kaum. die meisten Ortschaften liegen auf einer Höhe zwischen 40 und 50 m ü. NN. Die Weser durchquert das Stadtgebiet stark mäandrierend von Süden nach Norden. In den Auen der Weser liegen insbesondere im Gebiet von Hävern und Windheim zahlreichen Seen und Teiche. Zwischen Döhren und Lahde verkürzt ein rund acht Kilometer parallel und östlich zur Weser verlaufender Schleusenkanal genauso wie ein westlich zur Weser verlaufender deutlich kürzerer Kanal bei Schlüsselburg die „Wasserstraße Weser“. Naturräumlich wird dieser Abschnitt des Flusses zum Mittleren Wesertal gezählt. Zu den größeren Nebengewässern der Weser im Stadtgebiet zählen die Aue, die Ösper, der Rottbach und die Gehle.


Siehe auch: Liste der Gewässer in Ostwestfalen-Lippe


Im Osten hat das Stadtgebiet Anteil an der Loccumer Geest, im Westen an der Rahden-Diepenauer Geest. Die vorstehenden Naturräume sind wie das mittlere Wesertal Teil der Dümmer-Geestniederung, einem Teilgebiet des Norddeutschen Tieflandes. Kulturräumlich liegt Petershagen im Mindener Land.


Die nächstgelegenen Großstädte sind Bielefeld (50 Kilometer südwestlich gelegen), Osnabrück (64 Kilometer westlich) und Hannover (50 Kilometer östlich).



Geologie |





Geothermische Karte von Petershagen


Das Gebiet ist geologisch relativ einheitlich aufgebaut. Die meisten Teile bestehen aus Gesteinen aus dem Quartär. Einzelne Hügel sind aus Schichten der obersten Kreide aufgebaut. Die Böden bestehen ganz überwiegend aus Geestböden. Diese sind sandig und nur wenig fruchtbar. In den Weserniederungen ist das Gebiet landwirtschaftlich höchstens extensiv nutzbar.


Petershagen eignet sich im westlichen Gebiet mittelmäßig, in östlichen Lagen gut, in Einzellagen sehr gut zur Nutzung von geothermischen Wärmequellen mittels Erdwärmesonde und Wärmegewinnung durch Wärmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[2]



Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets |




Künstlerische Darstellung des geologischen Aufbaus und der Gesteinsarten des Wesertals


Mit einer Fläche von etwa 211 Quadratkilometern ist Petershagen die mit Abstand flächengrößte Stadt des Kreises Minden-Lübbecke und flächenmäßig fünftgrößte kreisangehörige Gemeinde des Landes. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt ca. 23 km, die maximale West-Ost-Ausdehnung rund 21 km. Der höchste Punkt des Stadtgebietes ist der Lusebrink in der Ortschaft Neuenknick mit 79,1 m ü. NN, der niedrigste Punkt ist die Weser in der nördlich gelegenen Ortschaft Wasserstraße mit 27 m ü. NN.


Das Stadtgebiet wird zu etwa 70 % landwirtschaftlich genutzt, dieser Wert liegt für Nordrhein-Westfalen insgesamt bei lediglich rund 50 % und im Kreisgebiet bei ca. 66 %. Demgegenüber ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche im Landes- und Kreisvergleich mit 13,6 % niedrig (Landesdurchschnitt: 22,2 %, Kreisdurchschnitt: 19,1 %). Der Anteil von Wasserflächen ist aufgrund der Weser, ihrer Seitenkanäle und zahlreicher Seen in den Auen vergleichsweise hoch. Der Waldanteil liegt, wie im gesamten Kreisgebiet unter der Hälfte des Landesdurchschnitts. Bis auf das Waldgebiet Heisterholz südlich der Kernstadt und den Mindener Wald mit rund 750 Hektar Fläche im Westen des Stadtgebietes gibt es kaum größere zusammenhängende Waldgebiete. Kleine Teile des 4.000 Hektar großen Schaumburger Waldes, der östlich an das Stadtgebiet grenzt, liegen auf Petershäger Gebiet.


Eine Übersicht über die Flächennutzung gibt folgende Tabelle:



























Fläche
nach Nutzungsart
Landwirt-
schaftsfläche
Wald-
fläche
Siedlungs-
und Verkehrsfläche
Wasser-
fläche
sonstige
Nutzung
Fläche in ha
14.821 2.432 2.884 923 135
Anteil an Gesamtfläche 69,9 % 11,5 % 13,6 % 4,4 % 0,6 %

Quelle: IT NRW[3]



Nachbargemeinden |


Petershagen grenzt an acht Städte und (Samt-)Gemeinden. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Süden genannt. In Klammern stehen die Straßenentfernungen vom Ortskern Petershagen-Kernstadt zum Ortskern der Nachbarstadt oder -gemeinde:


Minden (11 km) und Hille (18 km) im Kreis Minden-Lübbecke; Samtgemeinde Uchte (15 km), Samtgemeinde Mittelweser (20 km) und Loccum (18 km), ein Ortsteil der Stadt Rehburg-Loccum, alle im niedersächsischen Landkreis Nienburg/Weser; die Samtgemeinde Niedernwöhren (16 km) und die Stadt Bückeburg (18 km) im niedersächsischen Landkreis Schaumburg.



Stadtgliederung |




Ortsteile Stadt Petershagen


Die Stadt gliedert sich in 29 Ortsteile:[4]























































































































































































Ortsteil Fläche (km²) Einwohner Einw./km²

Bierde
8,35
634
76

Buchholz
2,27
119
52

Döhren
7,89
796
101

Eldagsen
5,55
1065
192

Friedewalde
20,94
1642
78

Frille
10,58
1136
107

Gorspen-Vahlsen
3,93
817
208

Großenheerse
2,36
78
33

Hävern
4,65
108
23

Heimsen
10,57
664
63

Ilse
5,92
403
68

Ilserheide
6,00
492
82

Ilvese
6,94
481
69

Jössen
5,65
351
62

Lahde
6,67
3377
506

Maaslingen
6,02
428
71

Meßlingen
6,48
471
73

Neuenknick
11,43
765
67

Ovenstädt
6,37
1202
188

Petershagen-Kernstadt
17,19
3922
228

Quetzen
7,82
977
125

Raderhorst
3,99
424
106

Rosenhagen
4,17
309
74

Schlüsselburg
7,03
502
71

Seelenfeld
4,53
291
64

Südfelde
4,05
466
115

Wasserstraße
10,48
921
88

Wietersheim
6,95
1159
167

Windheim
7,27
1460
201


Klima |


Das Klima in Petershagen wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und durch seine Lage in der Norddeutschen Tiefebene und im Wesertal bestimmt. Das Gebiet liegt überwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist aber temporäre kontinentale Einflüsse auf. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mäßig-warm, die Niederschläge relativ gleichmäßig verteilt. Es überwiegen westliche und südwestliche Winde, die Niederschläge mit sich führen. Die mittlere Jahrestemperatur liegt bei rund 9,5 °C. Die Jahresniederschläge betragen im langjährigen Mittel zwischen etwa 650 mm und rund 700 mm. Damit gehört Petershagen zu den trockensten und wärmsten Gebieten Ostwestfalens.[5]



Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe



Geschichte |




Petershagen etwa 1647




Das Schloss Petershagen war bis 1669 Regierungssitz des Fürstentums Minden (bis 1648 Fürstbistum Minden)


Die ersten Zeugen einer Besiedlung von Petershagen gehen in die Altsteinzeit sowie in die Bronze- und Eisenzeit zurück. Die ersten Cherusker siedelten um Christi Geburt im heutigen Petershagen. Sächsische Siedler gründeten in den folgenden Jahrhunderten die ersten Ortschaften.


Im Jahre 784 konnte Karl der Große hier, auf Grund eines Hochwassers, die Weser nicht überqueren. In diesem Zusammenhang wurde der Ort zum ersten Mal urkundlich erwähnt – unter dem Namen Huculvi.


Später wurde der Ort Hockeleve genannt. 1306 ließ der Mindener Bischof Gottfried von Waldeck hier eine Burg erbauen, die nach dem heiligen Petrus, dem Schutzpatron seines Bistums, benannt wurde. Sie erhielt den Namen Petershagen, der später auf den Ort übertragen wurde. Von 1545 bis 1547 wurde die Burg vom Meister der Weserrenaissance Jörg Unkair zum Schloss ausgebaut. Von 1608 bis 1611 ließ Christian von Braunschweig-Lüneburg das Schloss weiter umbauen.


1648 wurde das Fürstbistum Minden durch den Westfälischen Frieden brandenburgisch. Noch bis 1669 blieb der Sitz der brandenburgischen Regierung im Schloss; 1649–1659 war das Schloss auch Residenz des brandenburgischen Statthalters.


Von 1654 bis 1656 wurden im protestantischen Petershagen Hexenverfolgungen durchgeführt. In den Hexenprozessen wurden 39 Menschen, 35 Frauen und 4 Männer, wegen angeblicher Zauberei hingerichtet.[6]


1810 wurde das Gebiet der beiden Ämter Petershagen und Schlüsselburg aufgeteilt. Das Kaiserreich Frankreich erhielt die Teile links der Weser, aus den rechtsseitigen Gebieten entstand das Königlich Westfälische Kanton Windheim.


1831 wurde ein Lehrerseminar eingerichtet, nachdem bereits seit 1792 in Petershagen Lehrer für Volksschulen ausgebildet worden waren.[7] Das Lehrerseminar bestand bis 1925.





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Während des Zweiten Weltkriegs wurde in Petershagen-Lahde vom Frühjahr 1943 bis April 1945 das Arbeitserziehungslager Lahde der Gestapodienststelle Hannover eingerichtet, um beim Bau von Kraftwerkprojekten im Raum Lahde Gefangene als Zwangsarbeiter einzusetzen.[8] Die Häftlinge kamen beim Bau des Kohlekraftwerks Lahde, des Kühlwasserablaufs, des Umspannwerks Bierderloh und der Bahntrasse vom Bahnhof zum Kraftwerk zum Einsatz. Weitere Arbeitslager lagen in der Wesermarsch nahe der Wehrbaustelle (Wohl jüdische Arbeitskräfte, Auflösung 1940) und nördlich des AEL Lahde an der Kraftwerkbaustelle („Ostarbeiterlager“, Auflösung April 1945)(KA Stadt Petershagen). Angesichts der erwarteten Zuwanderung von etwa 150 „Kraftwerker-Familien“ stellte sich das Amt Windheim zu Lahde ab 1942 durch die Planung eines Neubaugebietes und die Verbesserung der örtlichen Infrastruktur auf die wachsende zentrale Bedeutung Lahdes für das Umland ostwärts der Weser ein. Die Bauarbeiten machten jedoch bis Kriegsende nur schleppende Fortschritte. (KA Stadt Petershagen) Die Kriegshandlungen am Boden endeten im Zeitraum 5. bis 8. April 1945 mit der Besetzung des heutigen Stadtgebietes durch britische Truppen (6. Luftlandedivision). Dabei kam es im Stadtgebiet und im Umfeld noch zu vereinzelten Kampfhandlungen mit Gefallenen auf beiden Seiten.[9] Am Abend des 4. April 1945, einen Tag vor dem Einmarsch britischer Truppen (6. Luftlandedivision) in der Ortschaft Petershagen, wurde dort nach mündlicher Überlieferung die vom Volkssturm errichtete Panzersperre an der Ösperbrücke (heute Mindener Straße) durch einige Einwohner unbrauchbar gemacht.
Ab 9. April 1945 richtete das Detachment 127 der Militärregierung ein „Sammellager für Heimatlose Ausländer“/„Displaced Persons Assembly Centre“ (DPAC) in einigen Ortschaften des Amtes Windheim zu Lahde (Lahde, Bierde, Ilserheide, Raderhorst, Frille Wietersheim, Päpinghausen) sowie im schaumburgischen Cammer ein. (TNA London) Die einheimische Bevölkerung einschließlich der deutschen Bombenevakuierten und Flüchtlinge wurde zum großen Teil evakuiert. Anschließend wurden in den Ortschaften, nunmehr „DP-Camps“, Tausende von befreiten Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und Häftlingen nach Nationalitäten getrennt untergebracht. (KA Stadt Petershagen) Nach der Kapitulation Deutschlands übernahm das UNRRA-Team 65 (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) unter der Kontrolle der Militärregierung die Verwaltung des DPAC Lahde.(TNA London)


Nach britischen Angaben liegt die Belegungsstärke Ende Mai 1945 bei etwa 20.000 Displaced Persons. (TNA London) Nach deutschen Angaben leben im DPAC Lahde bis zu seiner Auflösung im September 1949 zwischen 12.000 und 17.000 „heimatlosen Ausländern“.
Die von den Westalliierten vorgesehene unverzügliche Repatriierung der baltischen, polnischen und ukrainischen DPs verzögerte sich um mehrere Jahre hauptsächlich deshalb, weil diese Staaten aufgrund der russischen Besetzung faktisch nicht mehr existieren. (TNA London)
Mit der Auflösung des Camps Päpinghausen im Frühjahr 1948 setzte der Rückbau des DPAC Lahde ein, der im September 1949 mit der Auflösung des Camps Lahde abgeschlossen wurde. Die einheimische Bevölkerung kehrte in ihre Ortschaften zurück und begann unverzüglich mit dem Wiederaufbau.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der schon in den 1930er Jahren geplante Ausbau der Mittelweser umgesetzt. 1953 wurde die Staustufe Petershagen mit integriertem Laufwasserkraftwerk in Betrieb genommen, wodurch einerseits der Binnenschifffahrt ganzjährig ein größerer Tiefgang garantiert und andererseits die Flusslandschaft bei Petershagen entscheidend verändert wurde. Auch das Kohlekraftwerk in Lahde ging 1953 mit der Bezeichnung „Heyden I“ ans Netz. Das geplante Neubaugebiet in der Ortschaft wurde wie auch die „Kraftwerksiedlung“ in den sechziger Jahren nach einem überarbeiteten Konzept errichtet.


Als zentrale Gedenk- und Lernorte im Stadtgebiet von Petershagen sind vor allem in Verbindung mit der Zeit des Nationalsozialismus die ehemalige Synagoge in Petershagen, die jüdischen Friedhöfe in Frille, Petershagen und Wasserstraße, die Gedenkstätte des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. auf dem Seeberg in Ilvese, der Gedenkstein für das Arbeitserziehungslager (AEL) Lahde, das kommunale Gräberfeld für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft auf dem ev.-luth. Friedhof in Lahde und der „Ostarbeiterfriedhof“ in Bierde anzusehen.


1970 wurde die Weserbrücke in Petershagen errichtet. Der Fährbetrieb zwischen Petershagen und Lahde wurde eingestellt.


Das heutige Stadtgebiet wurde am 1. Januar 1973 im Rahmen der Kommunalen Neugliederung aus den einst unabhängigen Ämtern Petershagen und Windheim zu Lahde geschaffen. Der links der Weser gelegene Bahnhof in Petershagen hat mit der Einstellung der Bahnbetriebes auf der Strecke Minden-Uchte und dem Abbau der Strecke den Betrieb eingestellt, so dass nur der Bahnhof in Lahde bleibt.




Kirche im Ortsteil Schlüsselburg



Eingemeindungen |


Die heutige Stadt Petershagen entstand in einer Gebietsreform nach dem Bielefeld-Gesetz vom 24. Oktober 1972 mit Wirkung vom 1. Januar 1973. Dazu wurden 29 von zusammengenommen 36 rechtlich selbstständigen Gemeinden der Ämter Windheim und Petershagen im Kreis Minden zusammengefasst. Die übrigen sieben Gemeinden der ehemaligen Ämter wurden nach Minden eingemeindet.[10] Die 29 zusammengefassten ehemaligen Gemeinden bilden die heutigen Ortsteile von Petershagen. Zeitgleich wurde Petershagen eine kreisangehörige Gemeinde des neugebildeten Kreises Minden-Lübbecke. Nach dem 1. Januar 1973 gab es keine weiteren Umgliederungen bzw. Eingemeindungen in das Stadtgebiet.



Einwohnerentwicklung |




Bevölkerungsentwicklung in Petershagen von 1900 bis 2008 (untere Linie: jeweiliger Gebietsstand, obere Linie: heutiger Gebietsstand)




Räumliche Bevölkerungsverteilung in Petershagen










































Petershagen nach dem damaligen Gebietsstand
Jahr
Einwohner
1900 (1. Dezember) ¹ 2.063
1910 (1. Dezember) ¹ 2.196
1925 (16. Juni) ¹ 2.084
1939 (17. Mai) ¹ 2.310
1950 (13. September) ¹ 3.639
1961 (6. Juni) ¹ 3.724
1970 (27. Mai) ¹ 3.612
1972 (31. Dezember)
3.603







Petershagen nach dem heutigen Gebietsstand














































Jahr
Einwohner
1961 (6. Juni) ¹ 24.497
1970 (27. Mai) ¹ 24.786
1972 (31. Dezember)
24.904
1975 (31. Dezember)
24.415
1980 (31. Dezember)
24.061
1985 (31. Dezember)
23.466
1987 (25. Mai) ¹ 23.619
1990 (31. Dezember)
24.543
1995 (31. Dezember)
26.142
2000 (31. Dezember)
27.040



































Jahr
Einwohner
2001 (31. Dezember)
27.103
2002 (31. Dezember)
27.104
2003 (31. Dezember)
27.091
2004 (31. Dezember)
26.990
2005 (31. Dezember)
26.882
2008 (31. Dezember)
26.743
2012 (31. Dezember)
25.662


¹ Volkszählungsergebnis



Religion |


Die Bevölkerung ist ganz überwiegend evangelisch-lutherisch, nachdem das Fürstbistum Minden die evangelische Lehre annahm und spätestens seitdem es 1648 säkularisiert wurde und als Fürstentum Minden dem protestantischen Preußen zugeschlagen wurde. Kleinere Verschiebungen in der Konfessionslandschaft waren die Folge der allgemeinen Binnenmigration und Säkularisierung, dem Zuzug von Spätaussiedlern aus Osteuropa und dem Zuzug von südeuropäischen Gastarbeitern nach dem Zweiten Weltkrieg.


Ein Indiz für die Verteilung kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Petershäger Schüler sein. Demnach sind rund 77 % der Schüler evangelisch, 5 % katholisch, 1 % islamisch. 8 % geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und 10 % rechnen sich keiner Konfession zu.[11]



Politik |



Bürgermeister |


Erster Bürgermeister der neu gegründeten Stadt Petershagen wurde im Jahr 1973 der Bürgermeister der Gemeinde Jössen Wilhelm Krömer (CDU), dieses Ehrenamt hatte er bis 1994 inne. Nach der Ratswahl im Jahr 1994 kam es bei der Neuwahl des Bürgermeisters zu einem überraschenden Ergebnis, in der geheimen Abstimmung setzte sich der Kandidat der SPD Herbert Marowsky mit 20 zu 19 Stimmen gegen den amtierenden Bürgermeister Wilhelm Krömer durch und dieser schied aus dem Amt aus und wurde stellvertretender Bürgermeister. Nach der Änderung der Gemeindeordnung durch den Landtag Nordrhein-Westfalen und der darin vorgesehenen Abschaffung der bisherigen kommunalen „Doppelspitze“ aus ehrenamtlichen Bürgermeister und hauptamtlichen Stadtdirektor, nutzte die Ratsmehrheit aus CDU und FDP die Möglichkeit und wählte den damaligen Stadtdirektor der Stadt Petershagen Joachim Thiele (CDU) noch im Jahr 1994 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl 1999 trat Joachim Thiele nach internen Querelen innerhalb der CDU Petershagen nicht zur ersten Direktwahl des Bürgermeisters von Petershagen an und schied nach der Wahl aus dem Amt aus. Die CDU nominierte als Kandidaten Heinrich Schaper (CDU), die SPD wählte die Lehrerin am Gymnasium Petershagen Marianne Schmitz-Neuland (SPD) aus Eldagsen als ihre Kandidatin und die FDP stellte den damaligen Beigeordneten der Stadt Petershagen Wolf Bäumlein (FDP) als Kandidaten auf. In der Stichwahl setzte sich Marianne Schmitz-Neuland mit 54,8 % gegen Heinrich Schaper durch und wurde hauptamtliche Bürgermeisterin von Petershagen.[12] Bei der Kommunalwahl 2004 wurde Marianne Schmitz-Neuland (SPD) im ersten Wahlgang mit einem Ergebnis von 62,33 % gegen ihren ehemaligen Arbeitskollegen am Gymnasium Petershagen Hermann Kleinebenne (CDU) erneut zur Bürgermeisterin gewählt.[13] Bei der Bürgermeisterwahl 2009 setzte sich der CDU-Kandidat Dieter Blume mit 45,85 % gegen Ingo Ellerkamp (SPD), Günter Wehmeyer (FDP) und Klaus Behrmann durch. Blume übernahm am 20. Oktober die Amtsgeschäfte und wurde am 26. Oktober offiziell ins Amt eingeführt. Bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 wurde Blume mit 56,13 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.


Liste der bisherigen Bürgermeister:


1973–1994: Wilhelm Krömer (CDU)
1994–1994: Herbert Marowsky (SPD)
1994–1999: Joachim Thiele (CDU)
1999–2009: Marianne Schmitz-Neuland (SPD)
seit 2009: Dieter Blume (CDU)



Stadtrat |



Sitzverteilung im
Stadtrat 2014









     









Insgesamt 32 Sitze


  • Grüne: 2


  • SPD: 12


  • UWG: 1


  • FDP: 2


  • CDU: 15




Der Stadtrat von Petershagen hat derzeit 32 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:



































































































































































































































































[14][15][12][16]
2014
2009
2004
1999
1994
1989
1984
1979
1975
Partei
Sitze %
Sitze %
Sitze %
Sitze %
Sitze %
Sitze %
Sitze %
Sitze %
Sitze %
CDU 15 47,28 17 51,17 21 54,62 20 52,18 17 45,22 17 43,66 18 45,30 19 47,14 19 49,27
SPD 12 37,36 9 29,77 11 28,37 13 34,47 16 40,75 17 42,20 16 39,93 16 40,19 16 40,86
FDP 2 5,68 3 9,87 3 8,36 3 8,43 3 7,15 3 7,97 3 7,70 4 9,38 4 9,87
Grüne 2 6,87 2 6,13 3 6,47 2 3,93 3 6,88 2 6,17 2 6,79
Linke 1 1,95

UWG1
1 2,32 0 1,11 0 2,19
UBG2
0 3,29

Einzelbewerber3
0,50 0 1,77 0 0,28
ödp 0 1,00
Gesamt4
32 100 32 100 38 100 38 100 39 100 39 100 39 100 39 100 39 100
Wahlbeteiligung
57,04 58,76 61,52 64,61 82,97 74,78 76,23 80,64 86,69


1 Unabhängige Wählergemeinschaft Petershagen
2 Unabhängige Bürgergemeinschaft Petershagen
3 2004: Einzelbewerber Horstmann: 1,34 %, Einzelbewerber Buchholz: 0,43 %; 2014: Einzelbewerber Stefan Uhlmann
4 ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen



Wappen |


Wappen von Petershagen.svg

Der Stadt Petershagen ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Detmold vom 29. März
1974 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden. Laut Hauptsatzung §2 zeigt es:


In Rot über einem silbernen (weißen) Wellenfuß eine silberne (weiße) Pfeilerbrücke, darüber zwei silberne (weiße) schräggekreuzte Schlüssel mit abgewendeten Bärten.


Die Schlüssel des Heiligen Petrus sowie die Wappenfarben rot-silber deuten auf Petershagens jahrhunderterlanger Zugehörigkeit zum alten Fürstentum Minden bzw. seines Vorgängers Fürstbistum Minden hin, dessen Residenz die Stadt zeitweilig war. Die Schlüssel sind in vielen Wappen der Region enthalten, so auch bereits im alten Wappen Petershagens und Schlüsselburgs. Die Brücke und der Fluss symbolisieren Petershagens Lage links und rechts der Weser und die Verbindung der Ortschaften beiderseits des Flusses zu einer Stadt.[17][18]



Städtepartnerschaften |


Am 9. November 1990 haben die Vertreter der Stadt Petershagen und der Gemeinde Petershagen/Eggersdorf im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg) eine Partnerschaftsurkunde unterschrieben.



Kultur und Sehenswürdigkeiten |


Sehenswert sind das Schloss Petershagen und die Altstadt, die verschiedenen Windmühlen und die naturbelassene Umgebung. Im Sommer nisten regelmäßig Störche in Petershagen und einigen seiner Ortsteile nahe der Weser. Radtouren entlang des Weserradweges oder der Mühlenroute führen mitten durch Petershagen.



Theater und Museen |


Petershagen verfügt über kein eigenes Theater. Die Theater AG des örtlichen Gymnasiums bietet jährlich Aufführungen an. Für weitere Angebote muss auf das Stadttheater Minden und die anderen Angebote in Minden (z. B. „Westfälische Mausefalle“, VHS-Theatergruppe), die Goethe-Freilichtbühne in Porta Westfalica, das GOP Varieté in Bad Oeynhausen, das Landestheater Detmold oder das Stadttheater Bielefeld zurückgegriffen werden.




Glashütte Gernheim



  • Die Synagoge Petershagen ist ein Informations- und Dokumentationszentrum. Hier wurde die jüdische Orts- und Regionalgeschichte aufbereitet und informiert über das jüdische Leben der Region.

  • Im Heimat- und Heringsfängermuseum Heimsen kann man sich über die Arbeit und das Leben von Heringsfängern informieren, die es an der Mittelweser gegeben hat.

  • Die Glashütte Gernheim, ein Teil des LWL-Industriemuseum, ist in den alten Gebäuden der Glasmacherei in Gernheim untergebracht. Man kann dort den Glashüttenturm von 1826, eine Korbflechterei und weitere Gebäude besichtigen.

  • Im Ortsteil Windheim bietet das Westfälische Storchenmuseum in einem 300 Jahre alten Gebäude eine Ausstellung über die Rettung des letzten Brutgebietes des Weißstorches in Nordrhein-Westfalen.

  • 26 Scheunen stehen im Scheunenviertel Schlüsselburg. Die ältesten stammen aus dem 17. Jahrhundert.




Musik |


Petershagen unterhält eine städtische Musikschule. Knapp 400 Schüler nutzen die Angebote. Für Kinder ab 4 Jahren gibt es musikalische Früherziehung, für die älteren Kinder ab 6 Jahren eine musikalische Grundausbildung. Darüber hinaus gibt es Ensembles in verschiedensten Musikrichtungen.



Bauwerke |




Windmühle Großenheerse


In Umfeld der Stadt aber auch in der Stadt selber sind 11 Mühlen in den einzelnen Ortsteilen Teile der Westfälischen Mühlenstraße. Herausragend ist das Technische Denkmal, die Klostermühle Lahde, eine der zwei letzten Windwassermühlen in Deutschland. In Petershagen Frille ist mit dem Mühlenbauhof Petershagen der technische Kern der Westfälischen Mühlenstraße angelegt. Er ist zugleich Sitz der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung.


Für weitere Bauwerke siehe → Liste der Baudenkmäler in Petershagen



Grünflächen und Naherholung |


Rund um das Schloss Petershagen ist eine etwa 1,5 ha große, nichtöffentliche, Parkanlage mit altem Baumbestand. Sie ist in den Hotelbetrieb des Schlosses eingegliedert.




Die rund 600 Jahre alte Bierder Ulme


Von Schlüsselburg bis Petershagen ziehen sich mehrere Naturschutzgebiete entlang der Weser, die teilweise auch eine internationale Bedeutung haben. Im etwa 3.000 ha großen EU Vogelschutzgebiet Weseraue finden viele Wat- und Wasservögel ein Rast- und Überwinterungsgebiet. Die Biologische Station Minden-Lübbecke steht im Naturschutzgebiet Nordholz und wurde in den 1980er Jahren eingerichtet. Hier finden sich Aufforstungen mit Baum- und Straucharten und größere Brachflächen. Hier wachsen Pionierröhricht und Kleinseggenrasen und bieten einen Lebensraum für die Binsenjungfer.



Sport |


Die Sportangebote in Petershagen werden hauptsächlich von den knapp 60 Sportvereinen der Stadt organisiert. Den Vereinen stehen je 15 Sportplätze und Sport- und Turnhallen zur Verfügung. Große Verbreitung findet auch der Schießsport, der in den 23 Schießsportanlagen ausgeübt wird. Mehrere Tennisplätze, zwei Reithallen und ein Freibad in Lahde runden das Angebot ab. Ein Großteil der sporttreibenden Vereine ist im Stadtsportverband organisiert. Bekannt ist die HSG Stemmer/Friedewalde.



Wirtschaft und Infrastruktur |



Unternehmen |




Das Kraftwerk Heyden in Lahde




Der Aalfang auf der Weser (hier bei Schlüsselburg) spielt, wie auch der Landwirtschaftssektor, auf die Beschäftigung bezogen nur noch eine sehr untergeordnete Rolle


Im Ortsteil Lahde befindet sich das Kraftwerk Heyden mit dem größten einzelnen Steinkohleblock Europas.
Einer der größten Arbeitgeber ist das Diakonische Werk Minden mit verschiedenen Einrichtungen im Stadtgebiet.


Petershagen ist Sitz der Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e. V.


Mit Bad Hopfenberg hat Petershagen eine weit bekannte Kurklinik.



Medien |


Petershagen liegt im Sendebereich des Lokalradiosenders Radio Westfalica und kann dort über Kabel auf der Frequenz UKW 97,15 MHz und per Antenne auf UKW 95,70 MHz empfangen werden. Die lokale Tageszeitung ist das Mindener Tageblatt.



Öffentliche Einrichtungen |


Die Freiwillige Feuerwehr in Petershagen ist etwa 750 Mann stark. In drei Alarmkreisen organisieren sich 6 Löschzüge, die sich auf 26 Löschgruppen aufteilen. 19 Jugendgruppen und 5 Musikzüge zeigen die Aktivität der Petershäger Feuerwehr.


Die Stadtbücherei Petershagen bietet auf fast 300 m² über 25.000 Medien zur Ausleihe. Darunter fallen auch neue Medien, wie Hörbücher und CD-Roms.


Der Abfall der Stadt Petershagen wird gemäß Abfallgesetz der Bundesrepublik Deutschland im Entsorgungszentrum Pohlsche Heide entsorgt.



Bildung |


In Petershagen gibt es sechs Grundschulen, die Hauptschule Lahde und die Hauptschule Petershagen, die Realschule Lahde und das Städtische Gymnasium Petershagen, sowie die Förderschule Birkenkampschule, die alle zusammen von über 4000 Schülern besucht werden. Die Grundschulen befinden sich in Eldagsen, Friedewalde, Frille, Lahde, Petershagen und Windheim. Die Grundschule Eldagsen ist eine evangelische Bekenntnisschule mit engem Kontakt zur evangelischen Kirchengemeinde Petershagen. Zum Schulbezirk der Grundschule Frille gehört auch das Dorf Cammer aus der Gemeinde Bückeburg in Niedersachsen.


Außer den allgemeinbildenden Schulen bieten sich den Petershägern die Bildungsangebote der Musikschule Petershagen und der Volkshochschule Minden, die von einem Zweckverband der Städte Minden, Porta Westfalica, Petershagen und der Gemeinde Hille getragen wird.



Verkehr |



Eisenbahnverkehr |




Neben dem noch bestehenden Bahnhof in Lahde gab es einst auch diesen Bahnhof in der Kernstadt, der von den Mindener Kreisbahnen bedient wurde


Petershagen hat im Stadtteil Lahde einen Bahnhof an der Bahnstrecke Nienburg–Minden (Weser-Aller-Bahn). Er wird werktags alle zwei Stunden vom „Porta-Express“ Nienburg–Minden–Bielefeld und an Wochenenden im gleichen Takt von der „Weser-Aller-Bahn“ Rotenburg–Verden–Nienburg–Minden bedient. Regionalbusse und Züge (Richtung Minden) können zum regionalen „Sechser-Tarif“ (VerkehrsVerbund OstWestfalenLippe) benutzt werden. Außerdem gelten der NRW-Tarif und das Niedersachsen-Ticket.



Straßenverkehr |


Die B 61 und B 482 führen auf beiden Weserseiten durch Petershagen den Verkehr von der A 2 in Richtung Norden nach Nienburg und Bremen weiter. In den 1970er Jahren wurde eine neue Weserbrücke errichtet und der Fährbetrieb eingestellt.
In Ost-West-Richtung verläuft die Landesstraße 770 über Wiedensahl nach Bohmte.



Busverkehr |


Der städtische Busverkehr wird vom WeserBus betrieben.



Schiffsverkehr |


Petershagen besitzt einen Yacht- und Bootshafen sowie einen alten Fischerhafen an der Weser.
Durch Petershagen-Lahde verläuft ein Schleusenkanal der Weser.



Persönlichkeiten |



Söhne und Töchter der Stadt |


Folgende Persönlichkeiten sind in Petershagen geboren:



  • um 1340: Meister Bertram, Maler (mutmaßlich in Bierde geboren)

  • um 1513: Georg von Holle, Landsknechtführer

  • 1654: Heinrich Rüdiger von Ilgen, brandenburgisch-preußischer Staatsminister und Diplomat

  • 1686: Volrath von Hellermann, preußischer Militär, Kommandant der Festung Kolberg

  • 1734: Johann Friedrich Wilhelm Herbst, Naturforscher

  • 1783: Friedrich Wilhelm Graf von Bismarck, General, Militärschriftsteller

  • 1792: Johann Karl Ludwig Gieseler, Professor für Kirchengeschichte

  • 1796: Carl von Schlotheim, Politiker (Geburtsort umstritten)

  • 1833: August Fick, Germanist und Sprachforscher

  • 1852: Gustav Krekeler, preußischer Landrat und Landtagsabgeordneter

  • 1857: Otto Bömers, Jurist und Ministerpräsident von Schaumburg-Lippe

  • 1870: Wilhelm Normann, Erfinder der Fetthärtung und damit Begründer der Margarineherstellung

  • 1882: Karl Winter, evangelischer Theologe

  • 1882: Curt Witte, Maler

  • 1887: Elsbeth Schragmüller, Spionin

  • 1899: Gustav Mennicke, Maler

  • 1899: Heinrich Wehking, Politiker

  • 1928: Wilhelm G. Niemöller, Maler, Bildhauer und Lyriker

  • 1934: Karl Senne, ZDF-Sportreporter und -Moderator

  • 1939: Wilhelm Krömer, Politiker

  • 1945: Gerd Habermann, Ökonom, Hochschullehrer und Publizist

  • 1950: Monika Zinnenberg, Schauspielerin und Regisseurin

  • 1951: Edelgard Bulmahn, Politikerin

  • 1951: Willi Brase, Politiker

  • 1953: Michael Witlatschil, Bildhauer

  • 1955: Annette Fugmann-Heesing, Politikerin

  • 1957: Christiane Doll, Politikerin



Weitere Persönlichkeiten |




  • Walter Gieseking, Pianist (verbrachte während seines Studiums an der Musikhochschule Hannover regelmäßig die Ferien bei seiner Verwandtschaft in Lahde)


  • Ute Berg, Politikerin, ging in Petershagen zur Schule


  • Karl Röttger, Autor, besuchte in Petershagen das Lehrerseminar


  • Joachim Liebig, Theologe, Pfarrer in Petershagen


  • Hermann Kreutz, Kirchenmusiker, besuchte in Petershagen ein Internat


  • Wilhelm Hohoff, Theologe, Vicar in Petershagen


  • Matthias Bronisch, Dichter, lebte in Petershagen


  • Franz Ferdinand Gellern, Jurist und Politiker, Assessor am Patrimonialgericht Petershagen


  • Grant Hendrik Tonne, Politiker, Abitur in Petershagen


  • Hans-Joachim Schulze, Politiker, Schüler in Petershagen


  • Hans-Dieter Deppe, Wirtschaftswissenschaftler, Abitur in Petershagen


  • Oswald Schumann, Politiker, starb in Petershagen


  • Henriette Davidis, Kochbuchautorin, lebte um 1840 in Windheim


  • Melanie von Schlotheim, adlige Besitzerin des Guts Wietersheim, ihre Tochter Mathilde Charlotte Henriette Emilie Auguste von Schlotheim wurde 1826 in Wietersheim geboren


  • Jörg Unkair, Architekt, erbaute das Schloss Petershagen


  • Barbara Salesch, Richterin, lebt in Petershagen[19]



Literatur |



  • Stadt Petershagen (Hrsg.): 1200 Jahre Petershagen. 784 – 1984 (Beiträge zur Kultur und Geschichte). J. C. C. Bruns 1984

  • Karin Jakob, Gerhard Jacob: Petershagen. 29 Orte auf alten Bildern. Sutton Verlag 2001. 2. Auflage. ISBN 3-89702-271-0.

  • Thomas Spohn: Petershagen (Westfälische Kunststätten, Heft 95). Münster 2002


  • Alte Synagoge Petershagen: Historisches Jahrbuch Petershagen. Band 2, 2003–2004. Books on Demand GmbH 2004. ISBN 3-8334-0795-6

  • Sonja von Behrens: Die Zeit der Polendörfer. Historisches Jahrbuch Petershagen. Band 3, 2004. Books on Demand GmbH 2004. ISBN 3-8334-1559-2

  • Uwe Jacobsen: Petershagen 1955 Ein Familienalbum: Historisches Jahrbuch Petershagen. Band 4, 2004–2005. 1. Auflage. Books on Demand 2005. ISBN 3-8334-3058-3

  • Gustav Hestermann: Die Stadt an der Weser: Petershagen und das Fürstbistum Minden in historischen Bildern. Books on Demand 2006. ISBN 3-8334-6591-3

  • Friedhelm Fischer: Petershagen erleben. Multimedia CD-ROM mit virtuellen Rundgängen, Einblicke in Museen, historischen Gebäuden, Kirchen.

  • Karin Kristin Rüter, Christian Hampel, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e. V. (Hrsg.): Schicksale 1933 – 1945. Verfolgung jüdischer Bürger in Minden, Petershagen, Lübbecke

  • Hermann Kleinebenne: Die Weserlinie, Kriegsende 1945. Weserdruckerei, Stolzenau 2011.

  • Hermann Kleinebenne: "Im Ausländerlager Lahde. Wo wird unsere neue Heimat sein? Aus dem Tagebuch einer lettischen DP-Familie. Der Amtsbereich Lahde unter dem Einfluß der örtlichen Kraftwerksprojekte und als DP-Lager der Militärregierung ab 1945. Weserdruckerei Stolzenau 2016.



Weblinks |



 Commons: Petershagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


 Wikisource: Petershagen in der Topographia Westphaliae (Matthäus Merian) – Quellen und Volltexte


  • Website der Stadt Petershagen


  • Petershagen im Kulturatlas Westfalen



Einzelnachweise |




  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2017 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. September 2018.  (Hilfe dazu)


  2. Geologischer Dienst NRW: Erdwärme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage (Memento vom 14. September 2005 im Internet Archive) (PDF; 369 kB)


  3. Kommunalprofil Petershagen, Stadt; 2008. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW (PDF; 222 kB)


  4. Ortsteile der Stadt Petershagen. Abgerufen am 31. März 2015. 


  5. Klimakarten. Stadt Detmold


  6. Namensliste der Opfer der Petershagener Hexenprozesse (PDF; 113 kB)


  7. Gertrud Angermann: Ein Gruppenbild in zwei Versionen. Ein Beitrag zur Geschichte der Lehrerbildung in Petershagen und der Fotografie. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 48 (1976), S. 94–103.


  8. Mindener Tageblatt: „Innenansichten aus dem Lager“, Druckausgabe vom 11. November 2016, S. 9


  9. Hermann Kleinebenne: Die Weserlinie, Weserdruckerei, Stolzenau 2011.


  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 326. 


  11. Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik: Schüler an allgemein bildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit (Memento vom 3. Oktober 2006 im Internet Archive)


  12. ab Landeswahlleiterin NRW


  13. Kommunalwahl 2004. In: kommunal-web.de: Bürgermeisterwahl 2004 – Petershagen


  14. Landesdatenbank NRW; Wahlergebnisse zum Gemeindecode 05770028


  15. Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen


  16. Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe


  17. Heraldry of the World: Wappen von Schlüsselburg


  18. Heraldry of the World: Wappen von Petershagen


  19. TV Richterin Salesch lebt in OWL. In: nw-news.de, abgerufen am 25. September 2014


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